Nachrichten aus dem Off - 06.09.2015

Vergessene Meldungen

Vergessene Meldungen
Bremen: Die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer belasten viele deutsche Seeleute auf dort fahrenden Handelsschiffen. Das berichtet die Seemannsmission in Bremen. In den Niederlassungen der Organisation häuften sich Gespräche, Mails und Anrufe, sagte Generalsekretärin Proske dem Evangelischen Pressedienst. Die Seeleute seien verzweifelt darüber, dass sie nicht alle Flüchtlinge aus überfüllten oder in Seenot geratenen Booten retten oder – im schlimmsten Fall - nur noch Leichen bergen könnten. Und viele Seeleute wüssten nicht, mit wem sie darüber reden könnten. Einige hätten deshalb schon ihren Beruf an den Nagel gehängt, sagte Proske und verwies auf das Beispiel eines 52-jährigen Belgiers, der auf den Lotsenberuf umgestiegen sei, weil er – nach eigenen Worten – nicht mehr über im Wasser treibende Kinder-Rucksäcke fahren wollte. Stuttgart: Viele baden-württembergische Firmen bekämpfen den Nachwuchsmangel auf eine neue Art: Sie locken Auszubildende mit Geschenken. Manche Betriebe bieten Smartphones und Tablet-PCs, Zuschüsse für Führerschein oder Tank-Karten; andere laden potenzielle Azubis zu Fahrten auf dem Nürburgring ein oder zum Achterbahnfahren in den Europapark. Vergangene Woche hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. In Baden-Württemberg sind wieder mehrere tausend Stellen unbesetzt. Freetown: Im westafrikanischen Sierra Leone herrscht Jubelstimmung: Nachdem der vermutliche letzte Ebola-Patient aus einem Krankenhaus entlassen wurde, geht man davon aus, dass die Epidemie zu Ende ist. Zurzeit läuft ein Countdown von 42 Tagen, nach dessen Ablauf das Land offiziell für ebola-frei erklärt werden kann. Die Krankheit hat in Sierra Leone viele tausend Menschen das Leben gekostet und eine Wirtschaftskrise verursacht. Toulouse: In Frankreich bekommt eine Frau staatliche Unterstützung, die nach eigenen Angaben unter elektromagnetischer Strahlung leidet. Es ist das erste Gerichtsurteil dieser Art, schreibt die Agentur AFP. Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für die so genannte Elektrosensibilität. Die Frau sagt, die Nähe elektrischer Geräte verursache ihr unter anderem Übelkeit, Kopfschmerzen und Herzrasen. Sie wohnt deshalb weitab von Ortschaften, in einer Scheune ohne Elektrizität. New Haven: Forscher haben im US-Staat Iowa Überreste eines Riesenskorpions entdeckt. Der Skorpion war vermutlich bis zu ein Meter 70 lang. Er bewohnte vor 460 Millionen Jahren die Meere. Seine Gattung, die Seeskorpione, sind vor 250 Millionen Jahren ausgestorben. Palma de Mallorca: Die Hoteliers auf Mallorca klagen darüber, dass die neuen Benimmregeln am Ballermann keine Wirkung zeigen. Im vergangenen Jahr hatte die Balearenregierung Gesetze verabschiedet, die sowohl die Kleinkriminalität als auch den ausgeuferten Partytourismus eindämmen sollten. Unter anderem ist das Trinken aus Sangria-Eimern verboten und Touristen sollen in der Stadt anständig bekleidet sein. Nach Angaben des Hotelverbands kümmert sich offenbar keiner darum – und auf die Einhaltung der Regeln werde zu wenig geachtet. Berlin: Die Deutschen arbeiten im Schnitt zwei Stunden mehr pro Woche als noch vor zehn Jahren. Das hat eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts ergeben. Im Schnitt sind es 45 Stunden, die für Erwerbstätigkeit oder unbezahlte Arbeit im Haushalt anfallen. Die Statistiker haben auch herausgefunden, dass Paare mit Kindern durchschnittlich zehn Stunden länger beschäftigt sind als Kinderlose. Frauen arbeiten heute im Haushalt und in der Betreuung von Angehörigen fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Landau: Die Besatzung der deutschen Antarktis-Station Neumayer III kann jetzt schon anfangen, sich auf ihr Weihnachtsgeschenk zu freuen: Die Nachrichtenagentur dpa berichtet, eine große Kiste mit Wein aus Rheinhessen und der Pfalz sei auf dem Weg in die Antarktis. Sie werde dabei mehr als 14.000 Kilometer zurücklegen – per Bahn, Schiff und Motorschlitten. Das Geschenk kommt von der Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd, die seit 1984 die Forschungs-Station unterstützt. Die Station ist nach dem Pfälzer Polarforscher Georg von Neumayer benannt. Bayreuth: Eingefleischte Wagner-Fans können jetzt besondere Souvenirs aus dem Richard Wagner-Museum erwerben. Teile der Seidentapete, die bisher im alten Museums-Saal hing, wurden zu Schminktäschchen oder Postkarten im Passepartout verarbeitet. Außerdem gibt es Tragetaschen zu kaufen, die aus den Planen des Bauzauns entstanden, der das Museum während der Umbauphase umgab. Die Preise liegen zwischen fünf und knapp 60 Euro.

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