Prix Europa 2014 - 4

22.10.2014

"Between The Ears" heißt ein schon sehr lange existierender Sendeplatz in der BBC. Dieses Mal vertreten mit einem Feature über eine Begegnung zwichen Groucho Marx und TS Eliot - voller Phantasie, Musik und Überraschungen, einschließlich eines Chores der Ehefrauen über das Treffen der beiden Legenden. Was die Briefe und Dokumente nicht hergaben übernahm die Fiktion. Die Welt zwischen den Ohren ist grenzenlos. - Aber sie braucht auch Ohrmuscheln, die Grenzen setzen, damit es nicht zum einen herein und zum anderen wieder herausgeht - unerhört. Das gibt es auch: Sounds, die an der Oberfläche bleiben, nichtssagende Interviews, belanglose Geschichten. Von allem gab es die beiden letzten Tage etwas. Ein pianistische Wunderkind aus Schweden unter uneingestandenem Druck, der glorifizierte britische Star Jeff Buckley, der noch weiter glorifiziert wird, ein verhinderter Tänzer, eine junge Mutter, deren Partner sich erhängte, und ein alter Erfinder mit Hochschulbildung, der um Anerkennung kämpft. Wir waren auf einem Rummelplatz, in der italienischen Provinz und in österreichischen Kneipen. In Belgien, Norwegen, Polen und Island. Die beste europäische Radio-Dokumentation soll gefunden werden. Das erste Kriterium ist die Idee, die hinter einer Produktion steckt. Die Idee kann im Thema liegen, in einer besonderen Dramaturgie, im sound, im Text in der Regie. Aber muß die Idee nicht auch eine Relevanz besitzen? Sie beantwortet die Frage, warum ich mir etwas anhören soll, nicht automatisch. Auch eine gute Idee kann langweilig sein, wenn sie die Gegenwart nicht trifft, betrifft und berührt. - Haben wir keine anderen Probleme?

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