Künstler und Journalisten

31.05.2014

Die Radiojournalistin Gabriele Knetsch lieferte mit ihrem Feature \"Handelseinig\" über Zwangsarbeit in der DDR eine fulminante Recherche, sprach mit ehemaligen Häftlingen, versuchte einen Mitarbeiter der Gefängnisleitung zum Sprechen zu bringen, der durch seine Weigerung Auskunft zu geben, letztlich sehr beredt wirkte, schaffte es sogar einen Einkäufer von Quelle vors Mikrofon zu bekommen und machte nebenbei ihren Rechercheprozeß transparent, indem sie den email-Verkehr mit Aldi, Kaufhof, C&A etc. publizierte. Im Januar 2014 sorgte das Thema für Schlagzeilen Report Mainz berichtete, die Tagesthemen, ZEIT, FAZ u.a. ebenso. Und in wenigen Tagen, am 16.6. wird eine zweite Studie vorgestellt. - Aber das Feature wurde bereits am 3.10.2013 im BR urgesendet, und keiner hat es gemerkt. Warum schafft das Feature es bloß so selten, entsprechend wahrgenommen zu werden? Bildende Künstler sind das ja gewohnt, auch wenn ihre Arbeiten Aufmerksamkeit verdienen, wie die von Maragrete Rabow. Eine Selbstbefragung und Auseinanderstzung mit der eigenen Geschichte. Mit dem eigenen Körper der Vergangenheit nahekommen, 10 Stunden in Buchenwald stehen, wie der Onkel, der das KZ nicht überlebte. Und das ganze auf 16mm Film dokumentieren. Wer die Gelegenheit hat: unbedingt in den Keller des Kunstvereins Karlsruhe kommen!

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