Radio International

25.10.2013

"Radio- und Audio-Strategien für auswärtige Kulturbeziehungen" - wuchtiger Titel für eine Tagung von Deutscher Welle und dem Institut für Auslandsbeziehungen am Prix Europa Freitag, während die Stimmzettel ausgezählt werden. Interessante Projekte werden vorgestellt: Tiziano Bonini aus Mailand, Francesca Panetta vom Londoner Guardian, Berit Schuck und Julia Tieke aus Berlin zeigen im ersten Panel, was man alles mit Audios im Internet anfangen kann, Bonini eibt für sein social radio, das sich auf den entsprechenden Plattformen tummelt, Panetta experimentiert mit Audioinstallationen in der City udn Schuck und Tieke haben die Straßen von Alexandria akustisch vermessen. Im Panel 2 ging es um Sprachen-Lernen im Ausland, im 3. um unabhänige Radios: "Radio Farda", das gute alte Radio Free Eurpope goes Iran via Internet, die Deutsche Welle schleust übers Netz verbotene Bücher als Lesungen ins abgeschottete China und Milo Rau stellt sein Hate-Radio-Projekt vor, mit dem er u.a. zeigt, daß unabhängig nicht unbedingt "links" bedeutet und Propaganda durchaus im modernen sound daherkommen kann. Klar: auch Propaganda soll ja gehört werden von möglichst vielen. Das war auch bei den Nazis schon so - nicht erst in Ruanda. Panel 4 stellte Projekte vor, bei denen anderen Ländern beim Radiomachen unter die Arme gegriffen werden soll, damit sie wissen wie es geht. - Bevor man es nicht mehr braucht, könnte ich am Ende des Tages hinzufügen. Matthias Kopp hilft Community Radios in Kolumbien, Jens Jarisch den Chinesen und Helene Michaud aus Holland Afrikanern. Aber brauchen und wollen sie das, was wir ihnen anbieten überhaupt? Die alten Kurzwellensender ringen nach dem Abschalten der Kurzwellen um ihre Existenzberechtigung. Es muß gespart werden, da kann man auf die Sender verzichten. Via Internet ist auch die DW überall empfangbar, auch ohne Kurzwelle.

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